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Hannes
Jaenicke
Wer der Herde folgt,
sieht nur Ärsche
Hannes Jaenicke Portrait

Helden gesucht!

Lest mehr zu Hannes Jaenickes Helden in seinem neuen Bestseller:

»Wer der Herde folgt, sieht nur Ärsche«

Zum Gütersloher Verlagshaus Hannes Jaenicke
Platz 1: Jens‘ Helden: <br>Karin & Jan Platz 3: Marions Heldin: Sabine Reiner Platz 2: Brigittes Heldin: Elke G. Platz 4: Petras Helden: Ihre Schulklasse Platz 5: Susannes Held: <br>Paul Watson Hannelores Held: <br>Dr. K. Chakrabarti Dianas Helden: <br>J. u. N. Wothke Svetlanas Heldin: Andrea Buchkamp Sylvias Heldin: Janine Stephanies Held: OLE
Platz 1: Jens‘ Helden: <br>Karin & Jan

Platz 1: Jens‘ Helden:
Karin & Jan

Platz 3: Marions Heldin: Sabine Reiner

Platz 3: Marions Heldin: Sabine Reiner

Platz 2: Brigittes Heldin: Elke G.

Platz 2: Brigittes Heldin: Elke G.

Platz 4: Petras Helden: Ihre Schulklasse

Platz 4: Petras Helden: Ihre Schulklasse

Platz 5: Susannes Held: <br>Paul Watson

Platz 5: Susannes Held:
Paul Watson

Hannelores Held: <br>Dr. K. Chakrabarti

Hannelores Held:
Dr. K. Chakrabarti

Dianas Helden: <br>J. u. N. Wothke

Dianas Helden:
J. u. N. Wothke

Svetlanas Heldin: Andrea Buchkamp

Svetlanas Heldin: Andrea Buchkamp

Sylvias Heldin: Janine

Sylvias Heldin: Janine

Stephanies Held: OLE

Stephanies Held: OLE

Platz 1: Jens‘ Helden:
Karin & Jan

Als ich von der Helden-Aktion gelesen und gehört habe, fielen mir sofort Karin und Jan, die Betreiber von Hof Butenland, ein.

Das ist ein ehemaliger Milchbetrieb in Butjadingen. Er wurde zu einem Lebenshof umfunktioniert, weil der Besitzer Jan 2001 sein komplettes Leben in Frage gestellt hat und seinen letzten Kühen versprochen hat, dass sie ihren Lebensabend ohne jede Ausbeutung artgerecht auf dem Hof verbringen dürfen.
Aus diesem Versprechen ist mittlerweile ein Tierbestand geworden, der 45 Rinder, 6 Schweine, 4 Pferde, 3 Hunde, Katzen, Gänse, Enten, Hühner und Kaninchen umfasst. Sie dürfen alle ihr Leben auf einer Fläche von über 40 Hektar verbringen.

Der Hof ist seit 2007 auch eine Stiftung, in die Jan seinen kompletten Besitz und Karin ihr gesamtes Privatvermögen gespendet hat, damit der Hof immer eine Zuflucht für sogenannte Nutztiere bleiben kann und diese auch nach dem Tod der beiden Stiftungsgründer keine Angst vor einem Schlachttermin haben müssen. 

Das macht die beiden für mich schon zu Helden, aber noch klarer wird die Sache, wenn man sich nur einige Geschichten von Butenland anhört. 

Ganz aktuell gibt es den Fall von Herbstzeit - Eine 15-jährige Kuh, die eigentlich schon 2007 wegen einer Euterentzündung als unprofitabel geschlachtet werden sollte. Zum Glück kam sie nach Butenland und blühte dort noch einmal fern jeder Ausbeutung auf. Inzwischen muss sie ihrem Körper aber Tribut zollen, deshalb legt sie sich immer öfter fest und kann dann ohne fremde Hilfe nicht mehr aufstehen. Eigentlich ein Todesurteil für Rinder, allerdings nicht auf Hof Butenland. Da wird die tapfere Kuhdame mit Maschinen wieder aufgerichtet, manchmal bis spät in die Nacht hinein, bis sie wieder aus eigener Kraft hochkommt und auch am nächsten Tag auf die Weide stolzieren kann. Da wird um jeden Tag gekämpft, solange, bis eine Erlösung unumgänglich ist, weil die Kraft komplett fehlt. Bis dahin wird sich eben stundenlang die Nacht um die Ohren geschlagen, einfach weil Herbstzeit noch ihren Lebenswillen signalisiert und nur Hilfe braucht. 

Im April sind Eberhard und Winfried neu auf dem Hof eingetroffen, zwei Versuchsschweine, die 11 bzw. 7 Jahre lang in ein und demselben Kachelraum gelebt haben, ohne Sonne, Wind, Gras oder andere Artgenossen zu kennen. Wenn ich auf Bildern sehe, wie diese zwei putzigen Gesellen ihr Leben neu entdecken, dann rettet mir das von der guten Laune her regelmäßig den gesamten Restmonat.

Ein tolles Happy End lebt auch Rosa Mariechen in vollen Zügen aus, eine Sau, die von Tierschützern 2012 in einer Mastanlage gefunden wurde, bei der Ratten bereits den Kopf angefressen und sich in den Wunden Maden angesiedelt hatten. Diese Schweinedame konnte nur durch eine Notoperation gerettet werden und lebt jetzt als strahlende Hofdiva auf Butenland. Dazu kommen Rudi, der blinde Eber, der mal ein Jubiläumsgeschenk für ein Autohaus war, Pippilotta, eine Hundedame, die 11 Jahre lang in Spanien diverse Tierheime und sogar eine Tötungsstation erleben musste, Cello, ein 17-jähriges ausgemustertes Reitpferd, Samuell, ein 7-jähriger Ochse, der in einer Garage gehalten wurde, weil ein Restaurantbesitzer selber Rindfleisch herstellen wollte, und, und, und. Es gibt keinen Bewohner auf Butenland, der nicht aus Anbindehaltung, Auslandstransport, Schlachthöfen und vor anderen Todesurteilen gerettet wurde und nicht endlich in Freiheit seinen zweiten bzw. eigentlich sogar ersten Frühling erlebt. 

529503_587987524553913_1242641593_n.jpgUnd sollte das alles noch nicht zum Heldenstatus reichen, dann sei außerdem erwähnt, dass auf den Privatflächen von Jan seit 2014 die Jagd verboten ist. Das haben die Butenländer in einem zweijährigen Gerichtsmarathon über zwei Instanzen durchgedrückt, so dass damals die Grundstücke zu befriedeten Bezirken erklärt wurden, da der Grundeigentümer glaubhaft gemacht hat, dass er die Jagdausübung aus ethischen Gründen ablehnt. So ist Butenland nicht nur ein Paradies für gerettete Nutztiere, sondern bietet auch noch zig einheimischen Arten Schutz. Da kann sich Batman wirklich mal eine Scheibe abschneiden.

Platz 3: Marions Heldin: Sabine Reiner

Ich möchte meine Schwester Sabine Reiner vorschlagen.  Sie ist nicht nur für mich ein Held. Obwohl Sie aufs übelste beschimpft und bedroht wird, geht Sie unbeirrt ihres Weges.

2015 hat sie innerhalb kürzester Zeit über 50 helfende Hände organisiert, die in Bensheim vor dem Erstaufnahme Lager Zelte stellten. Eines der Zelte war nur für Kinder als Spielzeit gedacht, ein anderes nur zum Lernen und ein weiteres für Frauen, damit sie dort gemeinsam ihre Zeit verbringen konnten. 

Dann organisierte Sie ein Familien- und Fußballfest für 600 Flüchtlinge. An diesem Tag sind noch 300 weitere Besucher dazu gekommen. Ende 2015 hat Sie dann den Verein Welcome to Bensheim e.v. gegründet. Bis heute sind 150 Leute Mitglied, organisiert werden von dem Verein in dem angemieteten Begegnungstreff Deutsch-, Mathe- und Englisch-Kurse, sowie Nachhilfe. 

Im Begegnungstreff kann auch Billard gespielt werden. Bisher wurden zwei Konzerte dort gegeben - 2016  von dem palästinisch-syrische Pianist Aeham Ahmad und 2017 von der südafrikanischen Band Takeifa.
Zudem gibt es Fahrradkurse und Fußballtraining. Als ehrenamtlicher Sportcoach der Stadt Bensheim bringt Sie interessierte Flüchtlinge in den Vereinen unter. Und das alles neben ihrem Job als Fachanleiterin beim Diakonischen Werk. Dort organisiert sie eine Fußballmannschaft die aus Wohnungslosen, ehemaligen Straffälligen oder jungen Leuten mit Drogenproblemen besteht. Mit diesen Jungs wurde Sie im letzten Jahr Deutscher Vizemeister im Straßenfußball in Kiel. Sie hat vor 9 Jahren die Mannschaft gegründet und trainiert sie seither. Sie gibt niemals auf und zieht ganz viele Menschen auf ihrem Weg mit. 

Bei Facebook wurden ihr schon schlimme Dinge gewünscht. Aber Sie gibt trotzdem nicht auf. 
Meine Heldin !

Platz 2: Brigittes Heldin: Elke G.

Meine persönliche Heldin ist Elke Grafmüller. Sie ist die 1. Vorsitzende des Vereins "Freundeskreis der Straßenhunde für Campulung e.V." und eine wunderbare Tierschützerin.

Für den Tierschutz in Rumänien engagiert sie sich bereits über 15 Jahre; insbesondere für das Tierheim Asociatia Anima in Campulung setzt sie sich seit 2009 vehement ein. Das Tierheim Asociatia Anima in Campulung ist ein privates Tierheim mit damals weit über 1.000 Hunden. Die Hunde wurden dort mehr schlecht als recht versorgt und verhungerten dort teilweise, weil es keinerlei Unterstützung gab.

Elke Grafmüller unterstützte dieses Tierheim mit allem, was sie mit Freunden, Bekannten und Familie möglich machen konnte. Mehrmals im Jahr fuhr sie auf eigene Kosten nach Campulung, sammelte Spenden und lieferte sie dort ab und half im Tierheim mit.

Im April 2013 gründete sie mit ein paar Mitstreitern den Verein Freundeskreis der Straßenhunde für Campulung e.V. als Förderverein für das Tierheim Asociatia Anima. Durch den Verein erhoffte sie sich eine wesentlich bessere Unterstützung für das Tierheim in Campulung.

Nach meinem ersten Arbeitseinsatz im Tierheim Asociatia Anima in Campulung im Juli/August 2013 lernte ich Elke Grafmüller persönlich kennen. Seitdem hat sich auch mein Leben komplett verändert. Elke Grafmüller lebt für den Tierschutz, sie ist so zielstrebig in ihrem Vorgehen und behält immer den Überblick. Der Verein ist seit der Gründung im Jahr 2013 schnell gewachsen und hat mittlerweile über 100 Mitglieder, die alle am gleichen Strang ziehen.

069.jpgAuch finanziell konnte der Verein das Tierheim in Campulung nun regelmäßig mit genügend Mitteln für Futter und tierärztliche Versorgung der Hunde unterstützen. Ein umfangreiches Kastrationsprogramm läuft seit dem Herbst 2013 in Campulung, wonach schon weit über 2.000 Hunde sowohl im Tierheim als auch aus Campulung und den umliegenden Ortschaften kastriert werden konnten. Aber nicht nur die Tiere werden jetzt regelmäßig gut versorgt, auch für die Mitarbeiter im Tierheim konnte Elke Grafmüller dank ihres Engagements erreichen, dass alle jetzt den gesetzlichen Mindestlohn erhalten und sozialversichert sind, was in Rumänien nicht selbstverständlich ist.

Da der Grundstücksvertrag des jetzigen Standortes des Tierheims ausläuft, muss schnellstmöglich ein neues Tierheim an einem anderen Standort gebaut werden. Elke Grafmüller hat in vielen Verhandlungen mit dem Bürgermeister und den Stadträten erreicht, dass das Tierheim Asociatia Anima ein Grundstück außerhalb Campulungs für 49 Jahre kostenlos zur Verfügung gestellt bekommt.

Für diese Verhandlungen mit den Behörden hat sie sogar rumänisch gelernt. Die ersten Bauphasen des neuen Tierheims sind bereits abgeschlossen und es wird nicht mehr lange dauern, bis die Insassen des Tierheims auf das neue Grundstück umziehen können und dann in einem Tierheim nach EU-Vorschriften untergebracht sind. Um dieses Ziel zu erreichen, fährt bzw. fliegt Elke Grafmüller seit zwei Jahren viermal im Jahr nach Campulung, um mit den Behörden, dem Architekten und dem Bauunternehmer zu verhandeln und den Baufortschriftt zu überprüfen. Aber neben den ganzen Verhandlungen vergisst sie niemals die Tiere und die Menschen in Campulung. Elke Grafmüller möchte den Straßenhunden in Campulung nachhaltig helfen, d.h. sie setzt vor allen Dingen und in erster Linie auf die Hilfe vor Ort. Erste Priorität ist das Kastrieren der Hunde, um die Hundepopulation in den Griff zu bekommen. Ich bewundere Elke Grafmüller für das, was sie bereits alles geschafft hat für die Tiere und die Menschen in Campulung. Und sie wird sich weiterhin dort engagieren, auch nachdem das neue Tierheim fertig gestellt sein wird.

Elke Grafmüller ist für mich und die anderen Vereinsmitglieder ein großes Vorbild unter den Tierschützern. Homepage des Vereins: www.strassenhunde-campulung.de

Platz 4: Petras Helden: Ihre Schulklasse

Meine größten Helden sind meine Schüler. Ich bin Lehrerin einer 7. Klasse einer Werkrealschule (Hauptschule) und kenne meine Schüler fast alle seit der 5. Klasse.

Jedes Jahr besuche ich sie Zuhause. Dadurch kenne ich sie, ihre Familie und die Umgebung, in der sie leben, gut und kann mir bestimmte Verhaltensweisen besser erklären. 

Besonders bei meinen irakischen Kindern ist es bewegend, wenn die Oma, die zu Besuch ist, weinend vor dem Fernseher sitzt und mir dann mithilfe des Fotoalbums gezeigt wird, welche Gebäude jetzt nicht mehr da sind. 

Von Anfang an waren fast alle Schüler immer bereit, bei verschiedenen Aktionen mitzuhelfen. Der Nikolausmarkt in unserem Stadtteil wird von uns jedes Jahr genutzt um Plätzchen für die Klassenkasse zu verkaufen. Die Eltern backen dann um die Wette und die Schüler sind den ganzen Tag nicht von unserem Stand wegzubekommen. Selbst wenn ihre Schicht längst vorbei ist, bleiben sie da um zu helfen. Mit den Einnahmen finanzieren wir uns dann einen Teil der Klassenfahrt, Besuch im Weihnachtstheaterstück oder andere Dinge. Ein Junge, der damals erst kurz in Deutschland und in der Klasse war und zu dem Zeitpunkt nur wenig Deutsch sprach, sagte, dass dies der schönste Tag für ihn in Deutschland gewesen sei. 

Zu Beginn dieses Schuljahres wurde die Klasse geteilt und ich bin mit dem kleineren Teil (14 Schülerinnen und Schüler) in ein sehr kleines Zimmer umgezogen. Wir haben dort nicht viele Möglichkeiten uns in Konfliktsituationen aus dem Weg zu gehen, jeder einzelne muss immer seine Mitmenschen im Blick haben um Reibereien zu vermeiden. Das gelingt natürlich nicht immer… Besonders an meinen Kindern ist, dass jeder immer versucht, sein Bestes zu geben. Die meisten kommen aus einfachen Verhältnissen, einige Kinder leben erst seit einigen Jahren in Deutschland. Jeder von ihnen ist etwas ganz Besonderes und verfügt über ganz besondere Fähigkeiten, jeder ist immer wieder bemüht, sich weiterzuentwickeln, sein Mitgefühl zu vergrößern und noch empathischer zu werden. Bei jedem einzelnen kann ich den großen Willen beobachten, sein Verhalten so anzupassen, dass alle zufrieden miteinander auskommen. Ich möchte nun einige Schüler kurz beschreiben (die Namen habe ich verändert).

Ahmed kommt aus dem Irak und lebt seit etwa sechs Jahren in Deutschland. Er ist der älteste von fünf Jungs. Ich kann mich immer auf sein Urteil verlassen. Bei Konflikten, die besprochen werden, vertritt er immer seine Meinung, auch wenn er sich möglicherweise gegen einen Freund stellen muss. Das Thema Rauchen und Drogen ist bei uns immer wieder aktuell. Er sagte zu mir: „Einige meiner Freunde rauchen und ich weiß auch, wer dealt. Aber damit will ich nichts zu tun haben. Von denen halte ich mich fern.“ In einem Alter, in dem die Peer-Group sehr wichtig ist, finde ich es heldenhaft, sich gegen seine Freunde zu stellen und seine eigene Meinung und Haltung zu vertreten, auch wenn man in Kauf nehmen muss, aus bestimmten Gruppierungen ausgestoßen zu werden. Allerdings ist das bei ihm nicht der Fall. Es ist eher so, dass sich viele an ihm orientieren und sich seinen Fleiß, seinen Ehrgeiz und seine Werte als Vorbild nehmen. 

Ein besonderes Mädchen in der Klasse ist Yasmin. Auch sie lebt erst seit einigen Jahren in Deutschland, ihre Familie ist aus dem Irak geflüchtet. Sie hat noch sieben Geschwister. Das Besondere an ihr ist, dass sie für jeden ein freundliches Wort hat. Wenn ein Mitschüler wieder in einen minutenlangen Monolog verfällt oder Videos in die Klassen-WhatsApp-Gruppe postet, die nicht unbedingt alle interessieren, ist sie meist die einzige, die sich alles geduldig anhört und einen freundlichen Kommentar dazu schreibt. Sie ist ausgleichend und setzt sich für jeden ein, der Streit hat und allein dasteht. Sie hat die besondere Fähigkeit, in jedem das Gute zu sehen und lässt sich von negativen Kommentaren nicht davon abhalten, sich für andere einzusetzen. Zur Weihnachtszeit geht immer ein größerer Schüler als Nikolaus verkleidet von Klasse zu Klasse, klopft an und verteilt Süßigkeiten. Jedes Mal zuckt sie zusammen und sagt: „Ich dachte, das wäre die ISIS.“ Trotz schlimmer Erlebnisse, die sie nicht erzählt, ist sie ein positives Mädchen, das den Glauben an das Gute nicht verloren hat. Sie möchte übrigens Krankenschwester werden. 

Mein nächster Held in dieser Klasse ist Witali. Er wurde mit etwa einem Jahr adoptiert und lebt aufgrund seines Verhaltens seit 1,5 Jahren in einer Wohngruppe. Er ist ein Grenzgänger. Er kann der tollste Junge sein, hilfsbereit, vermittelnd, sich für seine Freunde einsetzend, genau so kann er aber auch in die andere Richtung gehen, Drogen ausprobieren, rauchen, klauen, sich prügeln… Wenn man ihn jedoch kennen gelernt hat, sieht man, dass er ein goldenes Herz hat. Solange es gelingt, ihn auf die richtige Seite zu ziehen, hat man den tollsten Jungen der Welt bei sich. Er ist sehr anlehnungsbedürftig, versteckt das aber hinter seiner rauen Seite. Seine strahlenden Augen bei gemeinsamen Aktionen, sein Einsatz, seine Hilfsbereitschaft und seine Verlässlichkeit in ganz vielen Bereichen erwärmen jedes Herz. 

Meine nächste Heldin ist Helena. Sie ist eine kleine Pipi Langstrumpf, impulsiv wie ein Vulkan, voller Temperament und Leben und kann ihren Mitschülern dadurch ganz schön auf die Nerven gehen. Bei ihr ist wundervoll zu sehen, wie sehr sie sich anstrengt, ihr Verhalten so zu verbessern, dass sie niemandem unabsichtlich vor den Kopf stößt. Sie sieht Kritikpunkte ein und verbessert ihr Verhalten kontinuierlich. Besonders bei ihr ist, ähnlich wie bei Yasmin, dass sie für jeden ein offenes Ohr hat. Sie versucht bei Diskussionen immer beide Seiten zu verstehen und vertritt ihre Meinung ehrlich. Als mein 18-jähriges Auto doch noch einmal repariert werden konnte, sagte sie: „Ihr Auto gefällt mir zwar nicht, aber ich weiß ja, was Ihnen Ihr Auto bedeutet.“ Bei ihr weiß man immer, woran man ist, sie ist offen und setzt sich für Schwächere ein. Sie sieht, dass andere Schüler in ihrer Entwicklung auf einem anderen Level sind und kann dies annehmen. Ein typischer Satz von ihr ist: „Ich war früher auch so, aber mittlerweile habe ich mich geändert. Ich kann verstehen, dass XX sich gerade so verhält.“ 

Ein weiterer meiner Helden ist Klemens. Er ist der begeisterungsstärkste Junge, der mir je begegnet ist. Seine große Leidenschaft ist das Weltall. Er ist derjenige, der mit seinen Monologen seine Mitschüler oft an den Rand der Geduld bringt. Beachtlich bei ihm finde ich, dass er auch geduldig warten kann, bis Zeit für seinen neuesten Vortrag ist, bei jeder Vertröstung vergisst er aber auch Tage später nicht, dass er noch etwas loswerden muss. Außerdem ist er der tierliebste Junge. Wenn eine Spinne oder Fliege im Klassenzimmer den Frieden stört, sorgt er sich immer darum, dass dem Tier auch nichts passiert. Gequälte Tiere (im TV oder auf dem Schulweg) machen ihn traurig. Sein größtes Glück war es, als er die Nachbarskatze bei sich aufnehmen durfte, die bei den früheren Besitzern keine gute Pflege genossen hat. Übrigens hatte Ahmed einmal einen Fahrradunfall, weil er an einem überfahrenen Eichhörnchen vorbei gefahren ist, was ihn so traurig gemacht hat, dass er stürzte. 

Ich könnte über jeden meiner aktuellen Schüler und meiner früheren Schüler schreiben, warum sie für mich Helden sind, das würde aber den Rahmen sprengen. Jeder von ihnen trägt ein Leuchten in sich und den Willen, das Beste aus sich herauszuholen, für andere da zu sein und anderen eine Hilfe und Unterstützung zu sein – der eine mehr, der andere weniger. Was alle auszeichnet, ist ihr positives Wesen, ihre Verletzlichkeit und der Blick auf andere, sich selbst zurück zu nehmen und für andere da zu sein. Fehler zu machen und dafür gerade zu stehen, sich zu entschuldigen und auch an solchen Erlebnissen zu wachsen, Einflüsse von Schule oder Mitschülern aufzunehmen und umzusetzen (wir wollen bald vegetarisch kochen, was für viele absolut unbekannt ist – aber sie sind neugierig und lassen sich darauf ein!). 

Ich habe das große Glück, einen großen Teil meiner Zeit mit diesen fantastischen Menschen verbringen zu können. Es ist nicht immer leicht, manchmal gehen wir uns ganz schön gegenseitig auf die Nerven. Aber ohne diese Kinder wäre mein Leben ein ganzes Stück ärmer. Ich kann nur hoffen, dass möglichst vielen Menschen das besondere Leuchten in den Kindern – egal ob aus meiner Klasse oder anderen Kindern – auffällt und sie es in ihre Herzen lassen.

Platz 5: Susannes Held:
Paul Watson

Für mich ist Paul Watson DER Held schlechthin. Immer gegen den Strom, immer noch konsequenter als Andere in seinem Kampf um den Erhalt der Ozeane und seiner Geschöpfe. Die von ihm nach seinem Ausstieg bei Greenpeace gegründete Organisation Sea Shepherd Society ist mittlerweile so ziemlich genau 40 Jahre alt und eine wichtige Institution.

Sie hat derweil durch spektakuläre Einsätze nicht nur zahlreiche Tiere gerettet (z.B. tausende Wale in der Antarktis), sondern auch merklich das Bewusstsein vieler Menschen verändert. Die Freiwilligen, die sich für Einsätze in Taiji (Japans Bucht der Delfinschlachtungen) oder für Aufenthalte zwecks Betreuung von Projekten zum Hai- oder Schildkrötenschutz melden, nehmen erschütternde Erfahrungen auf sich, führen diese der Öffentlichkeit vor Augen und verbreiten so die Botschaft ihres Helden Paul Watson und seiner mutigen Nachfolgekapitäne & Crews, die konsequent ihren Respekt vor der Schöpfung als Veganer praktizieren. 

Ich spende durchs Boosten oder über Gooding für diese Organisation oder ich kaufe direkt etwas in den Sea Shepherd Shops. 

Ich danke Paul Watson und wünsche ihm, dass er noch erleben möge, dass Japan einlenkt in seiner gnadenlosen und sinnlosen Jagd auf Meeressäuger, oder dass es keine Abnehmer mehr für Haiprodukte in der Welt gibt, oder dass ...

Hannelores Held:
Dr. K. Chakrabarti

Vor Jahren lernte ich über Facebook den Kinderarzt Dr. Kamalendu Chakrabarti aus Kalkutta in Indien kennen. Wir wurde FB Freunde. 

Dieser Kinderarzt und Buchautor ist für mich ein Held. Er sammelte keine Reichtümer auf Kosten der Patienten. Im Gegenteil. Er lebt sehr bescheiden. Er ist Tag und Nacht für seine kleinen Patienten da. Er unterstützt die Mütter und die Kinder ohne zu fragen woher sie kommen. Er hat viel erlebt und viel gesehen. Dabei hat er niemals seinen Mut und seine Kraft verloren. Er denkt immer nur an die Kinder und Mütter in Indien. 

Er ist ein Held und ein Kämpfer für seine Mitmenschen in Kalkutta und Indien.  Sein Beruf als Kinderarzt ist seine Berufung. Er arbeitet mit namhaften Zeitungen zusammen. Seine Bücher über Kinderkrankheiten schreibt er in der Nacht. 

Sein Leben füllt er aus, mit der Fürsorge und Hilfsbereitschaft für seine Mitmenschen. Ohne diesen besonderen Menschen, der ein großes Herz für seine Mitmenschen hat, wäre die Welt sehr arm.
Ich bitte, auch im Namen meiner Familie, stimmt für diesen großartigen Menschen.

Dianas Helden:
J. u. N. Wothke

Hiermit möchte ich Ihnen zwei großartige Frauen vorstellen, die vor über dreißig Jahren zusammen mit ein paar Helfern den Verein Pro Animale für Tiere in Not gegründet haben. Johanna und Natascha Wothke leben in Uetzing/Bad Staffelstein und haben nach und nach in Deutschland und einigen Ländern Europas ganz wunderbare Tierherbergen geschaffen. 

Heute stehen ca. 3.250 Tiere unter dem Schutz von Pro Animale. Dazu zählen viele Tiere, die sie aus Schlachttiertransporten gerettet haben, ehemalige Kettenhunde, viele Tiere die auf den Straßen Europas leben mussten, ehemalige Greyhoundhunde aus Irland, die für die Rennen nicht mehr geeignet sind, Tiere die aus den furchtbaren Zuständen in der Massentierhaltung stammen und andere. 

Praktisch Tag und Nacht sind Johanna und Natascha mit ihren Helfern im Einsatz, um Tieren in Not zu helfen. Die Tierherbergen von Pro Animale sind kleine Paradiese für alle Geretteten. Dort können sie in wunderbar gestalteten Räumlichkeiten und Gärten zur Ruhe kommen und werden von den Pflegern liebevoll betreut. 

Sogar vom Alltag gestresste Menschen können dort einmal durch Atmen und die tolle Atmosphäre auf sich wirken lassen, denn viele dieser wunderbaren Orte kann man auch besuchen und für die Tiere Patenschaften übernehmen. 

Ich selbst bin schon seit vielen Jahren Mitglied bei Pro Animale und habe einige dieser tollen Tierparadiese besuchen dürfen. Es ist jedes Mal so schön die Tiere dort so glücklich zu sehen. Über die Tierrettungen wird mehrmals im Jahr in der Zeitschrift ,,Der Tropfen" berichtet und neue Vorhaben werden dort auch vorgestellt. Es gibt zwei Charity Shops in Bamberg und Hamburg zugunsten der Tiere. Weitere Infos zu Pro Animale unter www.pro-animale.de 

Ich bin sehr dankbar und glücklich ein kleiner Teil dieser großartigen Gemeinschaft sein zu dürfen, die so viel Wunderbares bewegt. Somit hoffe ich sehr, dass Pro Animale weiter bekannt wird und wachsen darf im Namen all der Tiere, die noch unsere Hilfe brauchen.

Lieber Herr Jaenicke Ihnen danke ich sehr dass ich auf dieser Seite von Pro Animale berichten durfte und wünsche Ihnen von ganzen Herzen weiterhin alles Gute.

Svetlanas Heldin: Andrea Buchkamp

Lieber Hannes,

meine Heldin ist Andrea Buchkamp.

Ich habe sie kennengelernt, weil sie Kundin meines Mannes war, der Handwerker ist. Sie war sehr viele Jahre für ein Computerunternehmen tätig und verkaufte Programme. Ständig fuhr sie um die Welt, nur in die tollsten Hotels und verdiente sehr viel Geld.

Doch das hat sie nicht glücklich gemacht. Immer wieder hinterfragte sie ihren Job. Sie lerne einen neuen Mann kennen, der Apotheker ist und das Palliativ-Team in Frankfurt gegründet hat. Nach einiger Zeit entschloss sie sich, ihren gut bezahlten Job an den Nagel zu hängen und arbeitet nun für das Palliativ-Team Frankfurt.

Sie ist zuständig für das Sponsoring und Fundraising und verdient nur noch einen Bruchteil dessen, was sie vorher bekommen hat. Aber das ist ihr egal. Sie erzählt mir von traurigen Geschichten, Kindern, die sterben und Eltern, die zurückbleiben und die Welt nicht mehr verstehen.

Das Palliativ-Team Frankfurt ist spezialisiert auf Kinder-Palliativ-Arbeit.

Die Arbeit umfasst auch, dass sie mit den Patienten und Familien im Kontakt steht und direkt mitbekommt, wie Menschen die letzten Monate und Tage ihres Lebens verbringen. Sie tut das alles mit so viel Liebe und steckt eine solche Energie in ihre Arbeit. Ich bin davon sehr beeindruckt.

Täglich wird sie mit dem Tod konfrontiert und weiß, dass es kein Zurück gibt und hat trotzdem eine sehr positive Einstellung zu ihrer Arbeit. 

Sie ist meine Heldin.

Sylvias Heldin: Janine

Meine Tochter Janine ist für mich eine Heldin. Sie hat so viel Energie, sie ist meine eine kleine Heldin. Sie ist alleinstehend und meistert ihren Alltag mit ihren beiden Söhnen (14 und 3 Jahre) ganz alleine. Sie hat 3 Jobs und kümmert sich jeden Tag liebevoll um ihre Alzheimer kranke Großmutter. Zudem erledigt sie den Einkauf, organisiert Arztbesuche & Friseur, hält die Wohnung ordentlich und erledigt 1000 andere kleine Dinge.

Dazu muss man sagen, dass sie ihren Vater vor 10 Jahren durch eine böse Krebserkrankung verloren hat und auch diesen hat sie aufopferungsvoll bis zum leidigen Ende gepflegt. Und nun kümmert sie sich liebevoll um seine Mutter. Ich stehe bei ihr so sehr in der Schuld, dass ich glaube dass alle Liebe dieser Welt nicht ausreicht, um ihr zu danken.

Ich bin so wahnsinnig stolz auf Sie und liebe Sie von ganzen Herzen. Ich glaube, dass es viele solcher leisen kleinen Heldinnen gibt und deshalb möchte ich hier an dieser Stelle ein wahnsinniges großes Dankeschön an euch senden - ihr seid wundervoll.

Stephanies Held: OLE

Mein Held ist mein 10 Jähriger Neffe Ole. Mit 7 Jahren stellte man bei Ihm Leukämie fest. Ole hat alle Behandlung über sich ergehen lassen, ohne jemals zu meckern, zu jammern oder sonst etwas. Auch seine beiden Schwestern und Oles Eltern haben in der Zeit einiges mitmachen müssen. Heute ist mein Neffe mit 10 Jahren wieder gesund, aber eine Restangst bleibt, dass die Leukämie wieder kommt.